Die 10 Meditationen auf dem Berge Wu Dang

 

Diese Qigong-Form ist der Legende nach, vor langer, langer Zeit in einem daoistischen Kloster auf dem südchinesischen Berg Wu-Tai entstanden. In den 80ér Jahren brachte Josephine Zöller, eine Berliner Ärztin, diese Übung nach Deutschland.

Wie auch bei den 10 Mediationen, gibt es wie bei vielen Qigong Übungen, keine schriftliche Aufzeichnungen, meist nur ein Gedicht oder ein Satz, der die Übung begleitet und umschreibt. Die Übungen wurden in der Regel nur von dem Meister an seinen Schüler weitergegeben. Von Herz zu Herz.

 

So heißt es in dem Gedicht der 10 Mediationen vom Berge Wu Dang…

 

“Wenn das Qi frei und üppig kreist,

dann werden im Schnee die Blumen blühen“

 

 

 

Bei dieser alten, daoistischen Qigong Form geht es zum einen

um diesen immer währenden Kreislauf von Himmel – Erde – Mensch – (Tian-Di-Ren)

Es verschmelzen die Kräfte von Himmel und Erde, so entsteht der Mensch.

 

„Das Tao erzeugt die Einheit,
die Einheit erzeugt die Zweiheit,
die Zweiheit erzeugt die Dreiheit,
die Dreiheit erzeugt die zehntausend Wesen“

Laotse

 

Und zum anderen, um das Öffnen des Herzens. Im Herzen treffen die horizontalen Kräfte von Himmel und Erde, auf die vertikalen Kräfte (Das menschliche Dasein, Gefühle, Bedürfnisse der Alltag).

Somit beginnt und endet diese körperliche anspruchsvolle und doch poetische Übungs-Reihe, im mittleren Dantian im Herzen. Selbst der Höhepunkt des Zyklus, in der die 6. Übung „Die Lotusblüte öffnet sich“ findet im Herzen statt.

Doch bevor es zu diesem üppigen blühenden Lotus kommt, müssen erst einige Zentren und Bereiche geöffnet und gereinigt werden.

Der Gürtelmeridian(Dai Mai), welcher als einziger Meridian bzw. Energieleitbahn waagerecht wie ein Gürtel verläuft, bündelt somit alle anderen Meridiane, als ob man mehrere Getreidehalme in der Mitte mit einer Schnur zusammen bindet.

Durch das Öffnen des Gürtelmeridians, der auch als Speicher des Lichts bekannt ist und das Öffnen des Herzens, kann das Qi nun wieder ungehindert, frei und üppig durch den Körper fließen. Es kommt zur Vermählung von Himmel und Erde ­– der Mensch kann nun wieder erblühen – in seine Kraft kommen.

Flankiert werden die Herzübungen von dehnenden und streckenden Übungen – sich rundmachen und sich wieder aufrichten – der Wechsel von Yin und Yang…

Es braucht einige Zeit bis man bei dieser Übungsabfolge in einen Flow kommt. Nach längerem praktizieren, kommt man durch diese poetische und harmonische Bewegungskomposition, auf eine besondere Art und Weise, in einen sanften, wohltuenden und heilsamen Zustand der Meditation.